Trockenkupplungen/Nottrennkupplungen
Trockenkupplungen (Synonyme: Vollschlauchkupplungen; Dry Disconnect Coupling; Dry Break Coupling
(irreführend); Break Away Coupling (irreführend) sind Sicherheitskomponenten.
Sie ermöglichen im Gegensatz zu anderen Schnellverschlusskupplungen wie z.B. Tankwagenkupplungen
oder Hebelarmkupplungen ein schnelles An- und Abkuppeln gefüllter und unter Betriebsdruck stehender
Schlauch- und Rohrleitungen ohne signifikanten Austritt, bzw. Verlust des Fördermediums, d.h. ohne
oder nur mit wenig Medienverlust. Trockenkupplungen sind die sichersten Kupplungen für die gefahrlose
Abgabe von umweltbelastenden Gütern in der chemischen und Mineralölindustrie. Sie kommen überall dort
zum Einsatz, wo der Mensch und/oder die Umwelt vor dem Austreten gefährlicher Medien (ätzend, toxisch,
explosiv etc.) geschützt, oder umgekehrt sensible Medien (z.B. Lebensmittel, sowie Produkte in Pharma
und Feinchemie) vor einer Kontamination durch die Umwelt bewahrt werden müssen.
Je nach Einsatzgebiet bedarf es ganz unterschiedlicher technischer Ausführungen,
die jedoch alle nach folgendem Grundprinzip arbeiten:
Die beiden Kupplungshälften, meist einem Vaterteil (Festkupplung, englisch: tank unit oder adapter)
und einem Mutterteil (Schlauchkupplung, englisch: hose unit oder coupler), sind im getrennten
(entkuppelten) Zustand über einen Verschlussmechanismus abgesperrt, so dass kein Medium austreten kann.
Beim Kuppeln werden die beiden Hälften zunächst mediendicht miteinander verbunden, bevor die
Verschlussmechanismen geöffnet werden und einen Strömungskanal innerhalb der Kupplung frei geben.
Umgekehrt werden vor dem Trennen die beiden Kupplungshälften erst wieder abgesperrt und somit der
Strömungskanal geschlossen.
Trockenkupplungen sind je nach Hersteller und Bauart lieferbar in den Abmessungen ½" bis 8".
Die gängigsten Materialien sind Aluminium, Messing, Edelstahl, in einigen Fällen auch in
Sonderwerkstoffen wie Hastelloy, PVDF, PEEK o.ä.
Die sichere Auswahl und Auslegung des geeigneten Trockenkupplungstyps ist nur durch einen
Fachmann möglich, so dass grundsätzlich eine individuellen Anfrage und Beratung erforderlich sind.
Für die Sonder- und Nischenanwendungen von Trockenkupplungen halten wir eine Fülle an Spezialtechnologien
für Sie bereit, die wir gerne auch an Ihren Einsatzfall anpassen.
Es gibt verschiedene
Trockenkupplungssysteme
Ventil- oder Kolbenprinzip
Das Ventil- oder Kolbenprinzip ist das älteste und am weitesten verbreitete Trockenkupplungssystem.
Durch unterschiedliche Betätigungssysteme verschieben sich die Ventile axial und geben den Medienstrom
frei. Die Ventilteller des Vater- und Mutterteils liegen hierbei mit ihrer Stirnfläche im Flüssigkeitsstrom.
Butterflyprinzip
Hierbei werden die Ventilteller nicht axial verschoben, sondern drehen sich um 90°.
Sie liegen auch im Flüssigkeitsstrom jedoch nicht frontal mit ihrem Ventilteller.
Kugelhahnprinzip
Bei diesem System gibt es keine Ventilteller. Durch Drehbewegung(en) werden die Kugelhähne
beider Kupplungen geöffnet und geben den vollen Querschnitt frei.